Aus im Kampf um den Aufstieg: Der VfL Stade hat am Freitagabend auch das dritte Play-off-Spiel gegen den ASC 46 Göttingen verloren und ist im Halbfinale ausgeschieden. Damit ist der Traum von der dritten Liga zum dritten Mal in Folge geplatzt.

Stade. Die Stader verloren das Heimspiel im Sportcampus mit 64:79. Dabei begannen sie mit merklich Wut im Bauch. Nach zwei Niederlagen in Göttingen wollte das Team unbedingt die Wende erzwingen. Zusätzlich verwandelte die Rekordkulisse von 792 Fans die Halle in einen Hexenkessel.

Beide Mannschaften agierten in der Anfangsphase aggressiv, aber auch hektisch. Fehlpässe und Ballverluste prägten die ersten Minuten, ein Angriff nach dem anderen lief auf beiden Seiten ins Leere. Dann endlich die ersten drei Punkte vom Stader Point Guard Francesc Iturria.

Francesc Iturria trifft aus allen Lagen

Der Bann schien gebrochen. Der VfL erkämpfte sich die Führung. Allen voran Iturria traf aus allen Lagen, außerdem stoppte der VfL die Göttingern Offensive mit einer starken Verteidigung. Göttingen wirkte beeindruckt, versuchte viele glücklose Würfe aus der Distanz.

Der VfL konnte sich jedoch nicht nachhaltig absetzen. Mit der Schlusssirene des ersten Viertels versenkte der ASC einen der ersten erfolgreichen Drei-Punkte-Würfe zum 19:21.

Gäste aus Göttingen zieht davon

Die Szene schien ein Omen für den weiteren Spielverlauf zu sein. Der VfL verlor plötzlich seine Treffsicherheit und leistete sich Fehler in der Defensive. Der ASC bestrafte das konsequent und zog unaufhaltsam davon.

Wie in den ersten beiden Partien der Play-off-Halbfinalserie traf Göttingen jetzt auch wieder von der Drei-Punkte-Linie. Stade kämpfte mit viel Einsatz, ließ aber zu viele einfache Punkte liegen. Zur Halbzeit führten die Gäste bereits mit 32:47.

Prominenter Gast auf der Tribüne

Benka Barloschy, Trainer des Bundesligisten Hamburg Towers und ehemaliger Stader Spieler und Coach, war sich im Halbzeit-Interview sicher: „Das Team wird jetzt ein Feuerwerk abbrennen.“

Und: Stade brannte, kämpfte um jeden Ball. Iturria zeigte eine seiner besten Leistungen in dieser Saison und stemmte sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. Doch Göttingen ließ sich davon nicht beeindrucken. Und traf und traf.

„Wir haben gekämpft – und darauf bin ich stolz“

Der VfL Stade kam nicht mehr heran. Zwischenzeitlich führte Göttingen mit 20 Punkten. Am Ende stand eine klare Niederlage. „Ich bin traurig, dass die Saison so zu Ende geht“, sagte Iturria, „wir hatten uns sehr gewünscht, noch ein viertes Spiel zu haben. Aber heute haben wir viel zu viele Fehler gemacht und die Göttinger haben das für einfache Fastbreaks und Punkte genutzt.“

VfL-Trainer Joan Rallo Fernández beurteilte die Partie ähnlich: „Wir haben gegen eine fantastische Mannschaft gespielt. In sechs Jahren Regionalliga bin ich keiner Mannschaft begegnet, die so hart, aber auch mit Kopf spielt. Wir haben gekämpft – und darauf bin ich heute stolz.“

Die Statistik

Spielverlauf aus VfL-Sicht: 19:21 (1. Viertel), 13:26 (2. Viertel), 18:18 (3. Viertel), 14:14 (4. Viertel)

VfL Stade (Punkte/Dreier): Iturria 19/4, Meistas 18/1, Schaake 9/3, Boadu 7/1, Angelats 6, Ruppert 3/1, Postic 2, Kokorus, Schrader, Benthien, Bochenek

Quelle: Stader Tageblatt

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