Stade beendet die Regionalligasaison mit einem souveränen 94:76 gegen den MTV Wolfenbüttel. Der Fanliebling hatte trotz der verpassten Play-offs einen großen letzten Auftritt.

17 Siege verbuchte der VfL Stade in dieser Saison und landete am Ende auf Rang fünf. Weil Playoff-Konkurrent Bramsche parallel mit dem 92:60 gegen Bergedorf nichts anbrennen ließ und der direkte Vergleich verloren ging, verpassen die Stader erstmals seit vier Jahren die Zweitliga-Aufstiegsrunde über Ostern.

So richteten sich im gut gefüllten Sportcampus alle Blicke auf einen Akteur: Francesc Itturia. Seinen Abschied hatte der Spielmacher bereits unter der Woche öffentlich angekündigt. Und der 29-Jährige mit der Nummer 4 auf dem VfL-Trikot lieferte einen letzten Auftritt, der in Erinnerung bleiben wird.

Mit unbändiger Energie dirigierte er das Spiel, dribbelte, holte Rebounds, setzte Mitspieler mit spektakulären Rückhandpässen ein und traf mit 20 Punkten als einer der Topscorer nahezu nach Belieben – auch aus der Distanz.

Er prägte das Stader Spiel über Jahre

35 Minuten stand er auf dem Parkett, übernahm Verantwortung in entscheidenden Phasen, wurde gefeiert, bejubelt, getragen. Ein Abschied in Bestform, der noch einmal zeigte, wie sehr er dieses Team geprägt und das Publikum über acht Jahre begeistert hat.

Fast ging dabei unter, dass Adrian Bergmann seinen 500. Punkt im VfL-Trikot erzielte, Ryker Wuttke sein bestes Saisonspiel zeigte, Luca von Thun zurückkehrte und Kerem Baysalli der 100. Dreier der Saison verwehrt blieb. 297 Punkte von jenseits der Linie bleiben dennoch eine starke Marke. In den Schlussminuten erhoben sich die Zuschauer, feierten Kapitän und Team nach einer schwierigen, von Höhen und Tiefen geprägten Spielzeit mit Standing Ovations.

Der emotionalste Moment folgte nach der Sirene

Auf der Leinwand erschien neben Bildern der vergangenen Jahre die Botschaft: „Du kamst als einfacher Spieler zu uns. Nach über 130 Spielen gehst Du als Legende. 4ever Itu“. Die Mannschaft trug Trikots mit der Nummer 4, aus den Lautsprechern erklang „Time to say goodbye“. Gänsehaut pur. Einige Fans bekamen feuchte Augen.

Als die Halle ein letztes Wort verlangte, rang Itturia sichtbar mit den Gefühlen. Eine Träne kurz weggewischt, ein tiefer Atemzug. „Es war ein sehr emotionales Spiel. Ich bin traurig, dass ich gehe. Der Grund warum ich weine oder emotional bin ist, weil in meinem Kopf kommen so viele gute Momente und so viele gute Menschen vor, die ich hier kennengelernt habe“, sagte er. Stade sei zu seiner Heimat geworden, er selbst zu einem von ihnen. Künftig wolle er als Ultra-Fan des VfL zurückkehren. „Hasta pronto!“ Bis bald.

Quelle: Stader Tageblatt, Fotos: Jörg Struwe

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